Bürokratie mit Stromanschluss: Der echte Alltag in deutschen Praxen
Letzte Woche erreichte uns ein Bericht aus einer niedergelassenen Praxis, der mehr über den Zustand der deutschen Gesundheits-IT sagt als jede Gematik-Pressemitteilung.

"Service2025!" – Warum Therapeuten die Digitalisierung hassen
Letzte Woche erreichte uns ein Bericht aus einer niedergelassenen Praxis, der mehr über den Zustand der deutschen Gesundheits-IT sagt als jede Gematik-Pressemitteilung. Die Geschichte geht so: Ein Praxisinhaber wählt ein sicheres Passwort für seinen TI-Konnektor. Der IT-Dienstleister kommt vorbei, meldet sich mit seinem Generalschlüssel an und ändert es – ungefragt – in "Service2025!". Ein Passwort, das vermutlich bei dutzenden anderen Praxen identisch ist. Das ist keine Anekdote. Das ist ein Symptom.
Digitalisierung, die keine ist
Die Telematikinfrastruktur sollte den Praxisalltag vereinfachen. Stattdessen ist sie ein Geflecht aus Berechtigungen, PINs, Super-PINs, Zertifikaten, Praxis- und Arztausweisen – alle mit unterschiedlichen Ablaufdaten. Ein abgelaufenes Zertifikat bedeutet Arbeitsstillstand. Automatische Erinnerungen? Fehlanzeige. Das eRezept blockiert den Bildschirm, während Patienten warten. Für das Hochladen von Laborwerten in die ePA muss ein Dokument erst in PDF umgewandelt, dann manuell angelegt, angehängt und hochgeladen werden. Die IT-Kosten in Praxen haben sich in den letzten zehn Jahren verzehnfacht. Der Nutzen? Fraglich.
Bürokratie mit Stromanschluss
Eine Ärztin brachte es auf den Punkt: "Digitalisierung darf nicht mehr Zeit kosten als der analoge Vorgang. Alles andere ist keine Digitalisierung, sondern Bürokratie mit Stromanschluss." Und genau das erleben Therapeuten jeden Tag. Nicht nur mit der TI – auch mit der Dokumentation. Nach jeder Sitzung: Notizen schreiben. Verlaufsberichte. Anträge an die Krankenkasse. Berichte an Gutachter. Zehn bis fünfzehn Stunden pro Woche verschwinden in Papierkram, der nichts mit Therapie zu tun hat. Die Ironie: Therapeuten werden für Therapie bezahlt, verbringen aber einen Großteil ihrer Zeit mit allem anderen.
"Digitalisierung darf nicht mehr Zeit kosten als der analoge Vorgang. Alles andere ist keine Digitalisierung, sondern Bürokratie mit Stromanschluss."
Was Therapeuten wirklich wollen
In unseren Gesprächen mit Psychotherapeuten hören wir immer wieder das Gleiche: "Ich will ein Tool, das funktioniert. Ohne Schulung, ohne IT-Dienstleister, ohne zwanzig Passwörter." "Ich will nach der Sitzung nicht noch eine Stunde am Schreibtisch sitzen." "Ich will mich auf meine Patienten konzentrieren, nicht auf Dokumentation." Das klingt nicht nach viel. Aber im deutschen Gesundheitswesen ist es offenbar revolutionär.
Der Weg nach vorne
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird nicht von oben repariert. Nicht von der Gematik, nicht von der KBV, nicht vom BMG. Die sitzen in Gremien und diskutieren über Konnektoren-Nachfolger, während in den Praxen "Service2025!" als Passwort steht. Die Veränderung kommt von Tools, die Therapeuten tatsächlich helfen. Die Zeit sparen statt Zeit kosten. Die einfach funktionieren. Wir bauen so ein Tool. Aber das ist ein anderer Blogpost.
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