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Kassensitz Psychotherapie: Der komplette Leitfaden zu Kauf, Kosten und Verdienst

Psychotherapeut:innen sind in Deutschland gefragt. Obwohl ihre Zahl in den letzten Jahren gestiegen ist, gibt es weiterhin zu wenige. 2021 gab es laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung 31.308 Psychologische Psychotherapeut:innen

Psynex Team
Kassensitz Psychotherapie: Der komplette Leitfaden zu Kauf, Kosten und Verdienst

Psychotherapeut:innen: Nachfrage und Wartezeiten

Psychotherapeut:innen sind in Deutschland gefragt. Obwohl ihre Zahl in den letzten Jahren gestiegen ist, gibt es weiterhin zu wenige. 2021 gab es laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung 31.308 Psychologische Psychotherapeut:innen, die meisten davon in großen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die wenigsten gibt es im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Viele arbeiten inzwischen in Teilzeit, weshalb die Versorgung insgesamt nur langsam zunimmt. Für Patient:innen bleibt es schwierig, einen Therapieplatz zu finden. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt in Deutschland 3 bis 6 Monate. Die Bundespsychotherapeutenkammer sieht als Hauptgrund dafür zu wenige neue Kassensitze für Psychotherapeut:innen. Die Corona-Pandemie hat das Problem verschärft: Psychische Belastungen sind gestiegen, aber neue Kassensitze wurden kaum geschaffen.

Wie werden Kassensitze vergeben?

Ein Kassensitz berechtigt dazu, gesetzlich Versicherte zu behandeln und mit den Krankenkassen abzurechnen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) regeln, wie viele Kassensitze es in einer Region gibt. Ziel ist, Über- oder Unterversorgung zu vermeiden. Die Zulassung ist immer an einen bestimmten Ort gebunden. Ab einem Versorgungsgrad von 110 Prozent wird keine neue Kassenzulassung mehr vergeben. Fast überall in Deutschland sind die Gebiete heute gesperrt. Neue Kassensitze gibt es meist nur, wenn jemand seinen Sitz abgibt.

Kassensitze: Orientierung an der Einwohnerzahl

Die Zahl der Kassensitze richtet sich nach der Einwohnerzahl – basierend auf Berechnungen aus dem Jahr 1999. Das spiegelt oft nicht den tatsächlichen Bedarf wider. Der sogenannte „Morbiditätsfaktor" soll künftig auch die Krankheitslast in einer Region stärker berücksichtigen. Wer keinen Kassensitz hat, kann nur Privatversicherte oder Selbstzahler:innen behandeln. Leistungen für gesetzlich Versicherte dürfen nur über einen Kassensitz abgerechnet werden.

Kassensitz Psychotherapie bekommen: Wie geht das?

Freie Kassensitze sind selten. Neue Zulassungen werden kaum vergeben. Eine gängige Möglichkeit ist, eine bestehende Praxis mit Kassensitz zu übernehmen – zum Beispiel, wenn jemand in den Ruhestand geht. Die Kassenärztliche Vereinigung prüft die Nachfolge und der Zulassungsausschuss entscheidet. Vorgänger:innen können in der Regel eine:n Nachfolger:in vorschlagen. Tipp: Lassen Sie sich vor dem Kauf oder Verkauf eines Kassensitzes steuerlich beraten, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Was kostet ein Kassensitz Psychotherapie?

Der Preis für einen Kassensitz hängt von Standort und Umsatz der Praxis ab. In Städten sind die Kosten meist höher als auf dem Land. Für eine Übernahme werden oft sechsstellige Summen fällig – eine große Investition, besonders nach einer langen und teuren Ausbildung. Für die Verkäufer:innen dient der Erlös häufig der Altersvorsorge. Wichtig: Den Kassensitz selbst kauft man nicht direkt. Bei einer Praxisübernahme übernimmt man die Kassenzulassung der Vorgänger:innen.

Patient:innenstamm und Wirtschaftlichkeit

Wer eine Praxis übernimmt, erwirbt oft Räume, Inventar und Personal mit. Ein Patient:innenstamm ist bei Psychotherapeut:innen jedoch weniger sicher als bei anderen Arztpraxen. Die therapeutische Beziehung ist persönlich und muss erst wachsen. Nach einer abgeschlossenen Behandlung gilt zudem eine Wartezeit von zwei Jahren, bevor eine neue Therapie beginnen kann – das wirkt sich auf die Wirtschaftlichkeit aus. Gerade weil die Übernahmekosten hoch sind, ist effizientes Praxismanagement entscheidend. Zeitfressende Dokumentation und Verwaltungsaufgaben können die Wirtschaftlichkeit einer Praxis erheblich belasten. Moderne Softwarelösungen wie psynex helfen dabei, diese Belastung zu reduzieren: Die KI-gestützte Transkription wandelt Patientengespräche automatisch in strukturierte, präzise Dokumentationen um. So gewinnen Therapeut:innen wertvolle Stunden zurück, die zuvor für Tastatur und Formulare verloren gingen. Auch Therapieanträge für Krankenkassen werden automatisch generiert und erfüllen alle formalen Anforderungen – ein großer Zeitgewinn im Praxisalltag.

Mehrere oder halbe Kassensitze für Psychotherapie

Manche Psychotherapeut:innen besitzen mehr als einen Kassensitz, zum Beispiel im Rahmen von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Möglich ist auch ein halber Kassensitz – das heißt, ein „hälftiger Versorgungsauftrag". So bleibt Zeit für andere Tätigkeiten, etwa an einer Klinik oder Universität. Die Kosten für einen halben Kassensitz sind in der Regel niedriger und werden individuell verhandelt. Auch hier empfiehlt sich eine rechtzeitige Beratung.

Halber Kassensitz: Kapazität und Stunden

Die Arbeitszeit ist heute nicht mehr streng begrenzt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen prüfen die Abrechnung auf Plausibilität. Für einen vollen Kassensitz gilt: An mindestens drei Tagen pro Quartal dürfen nicht mehr als 12 Stunden täglich abgerechnet werden, der Umfang liegt bei maximal 780 Stunden pro Quartal. Bei einem halben Kassensitz gelten die halben Werte, also maximal 390 Stunden pro Quartal. Ein halber Kassensitz entspricht etwa 30 Therapiestunden pro Woche, wenn man eine Woche Urlaub pro Quartal abzieht. Halbe Sitze bedeuten also fast genauso viel Praxisbetrieb wie ein voller Sitz – bei geringeren Kosten. Praxistipp für optimale Terminplanung: Um das Stundenbudget optimal auszuschöpfen und Leerlauf zu vermeiden, ist eine durchdachte Terminplanung unerlässlich. Mit dem integrierten Kalender von psynex behalten Therapeut:innen den Überblick über alle Termine. Automatische SMS- und E-Mail-Erinnerungen reduzieren Ausfallquoten durch vergessene Termine deutlich – ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit, besonders bei begrenztem Stundenkontingent.

Was verdient ein:e Psychotherapeut:in mit Kassensitz?

Der Verdienst hängt von mehreren Faktoren ab. Niedergelassene Psychotherapeut:innen mit Erfahrung verdienen etwa 60.000 Euro pro Jahr. Angestellte in einer Praxis erhalten rund 30.000 Euro jährlich, das entspricht etwa 2.500 Euro monatlich. In einer Klinik liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 33.600 Euro pro Jahr, mit zunehmender Erfahrung sind auch bis zu 4.500 Euro monatlich möglich. Wer den administrativen Aufwand reduziert, kann mehr Zeit für Patient:innen nutzen und damit auch die Einnahmen optimieren. Digitale Helfer wie psynex ermöglichen es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die therapeutische Arbeit mit den Patient:innen.

Kassensitz Psychotherapie: Nachfolger:in oder Praxis finden

Wer eine Praxis übernehmen oder abgeben möchte, findet Unterstützung beim Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (Praxisbörse), in Fachzeitschriften, regionalen Medien und im Internet.

Kassensitz als Investition in die Zukunft

Ein Kassensitz ist für viele Psychotherapeut:innen der Schlüssel zu einer wirtschaftlich tragfähigen Praxis. Angesichts der hohen Übernahmekosten und des begrenzten Stundenkontingents ist es umso wichtiger, die verfügbare Zeit effizient zu nutzen. Moderne Tools wie psynex unterstützen dabei: KI-gestützte Dokumentation, automatische Therapieanträge und intelligente Terminverwaltung mit Erinnerungsfunktion sorgen dafür, dass Papierkram in den Hintergrund tritt – und der Fokus auf den Patient:innen bleibt.

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