KI-Analyse von Therapiesitzungen: So funktioniert automatische Sitzungsauswertung
KI-Analyse kann Therapiesitzungen automatisch auswerten: Von Symptom-Ratings über ICD-10-Diagnosen bis zum Suizidalitäts-Screening. Wie Therapeuten damit Zeit sparen.

Lesezeit: 6 Minuten
Die Sitzung läuft seit 45 Minuten. Sie registrieren, dass Ihre Patientin heute wesentlich angespannter wirkt als beim letzten Mal. Das Schlafthema kommt wieder auf. Die depressive Symptomatik scheint sich zu verschärfen. Gleichzeitig denken Sie bereits an die Dokumentation, die nachher ansteht: Verlaufsnotizen aktualisieren, Symptomveränderungen erfassen, vielleicht die Behandlungsplanung anpassen. Nach der Sitzung warten noch drei weitere Patienten.
Was wäre, wenn ein System Ihnen diese analytische Arbeit abnehmen könnte? Nicht als Ersatz für Ihre klinische Einschätzung, sondern als strukturierte Grundlage, die Sie überprüfen und ergänzen? Genau hier setzt die KI-Analyse von Therapiesitzungen an.
Was KI-Analyse in der Psychotherapie heute leisten kann
Moderne KI-Systeme gehen weit über einfache Transkription hinaus. Sie können aus dem gesprochenen Wort einer Therapiesitzung strukturierte klinische Informationen extrahieren. Dabei arbeiten sie mit denselben Kategorien, die Sie als Therapeut ohnehin dokumentieren müssten, nur eben automatisiert und konsistent.
Die automatische Sitzungsanalyse erfasst mehrere Ebenen gleichzeitig. Sie bewertet Symptomintensitäten, identifiziert relevante Diagnosekriterien und erkennt kritische Inhalte wie suizidale Gedanken. Das Besondere daran: Jede dieser Einschätzungen wird mit konkreten Textstellen aus der Sitzung belegt. Sie sehen also nicht nur ein Rating, sondern können nachvollziehen, worauf es basiert.
Ein praktisches Beispiel: Ihre Patientin erwähnt beiläufig, dass sie diese Woche nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen hat und sich ständig erschöpft fühlt. Das System erfasst diese Information automatisch, ordnet sie dem Symptombereich Schlaf zu und vergibt ein entsprechendes Rating. Gleichzeitig markiert es die Textstelle mit Timestamp, sodass Sie bei Bedarf direkt dorthin springen können.
Symptom-Tracking: Mehr als nur subjektive Einschätzung
Die Verlaufsdokumentation gehört zu den zeitaufwendigsten Aspekten der Psychotherapie. Nach jeder Sitzung sollten Sie idealerweise dokumentieren, wie sich zentrale Symptome entwickeln. In der Realität bleibt dafür oft kaum Zeit, und die Bewertungen basieren auf dem Gesamteindruck, den Sie in der Sitzung gewonnen haben.
KI-gestützte Symptom-Ratings bieten hier eine strukturierte Alternative. Das System bewertet typischerweise fünf Kernbereiche auf einer Skala von 0 bis 10: Angst, Depression, Schlafqualität, Energieniveau und Stresslevel. Diese Bewertung erfolgt nicht willkürlich, sondern basiert auf konkreten Äußerungen des Patienten während der Sitzung.
Wenn Ihr Patient sagt, er könne kaum noch aus dem Bett kommen und habe zu nichts mehr Antrieb, wird das als niedriges Energieniveau erkannt. Beschreibt er nächtliches Grübeln und frühmorgendliches Erwachen, fließt das in die Schlafbewertung ein. Die KI Analyse Psychotherapie erstellt so ein differenziertes Bild, das über mehrere Sitzungen hinweg Trends sichtbar macht.
Der Vorteil: Sie können auf einen Blick sehen, ob sich bestimmte Symptombereiche verbessern oder verschlechtern, ohne sich auf Ihr Gedächtnis verlassen zu müssen. Gerade bei längeren Therapieverläufen mit vielen Patienten ist das wertvoll. Die Zahlen ersetzen nicht Ihre klinische Beurteilung, aber sie ergänzen sie um eine objektive Dimension.
ICD-10-Diagnosen: Automatische Erkennung von Diagnosekriterien
Diagnostik ist ein iterativer Prozess. Oft kristallisiert sich erst im Verlauf mehrerer Sitzungen heraus, welche Diagnosen wirklich zutreffen. Dabei müssen Sie verschiedene Möglichkeiten im Blick behalten: Was ist die Hauptproblematik? Gibt es komorbide Störungen? Welche Differentialdiagnosen sollten Sie erwägen?
Moderne KI-Analyse von Therapiesitzungen kann Sie bei dieser diagnostischen Arbeit unterstützen. Sie erkennt automatisch Hinweise auf ICD-10-Diagnosen und unterscheidet dabei zwischen Primärdiagnose, Sekundärdiagnosen und Differentialdiagnosen. Das System achtet auf spezifische Symptomkonstellationen, Zeitkriterien und Schweregrade, wie sie in der ICD-10 definiert sind.
Nehmen wir an, ein Patient berichtet über anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme seit mehreren Wochen. Das System würde F32 (depressive Episode) als wahrscheinliche Primärdiagnose vorschlagen. Erwähnt der Patient zusätzlich starke Sorgen und körperliche Anspannung, könnte F41.1 (generalisierte Angststörung) als Sekundärdiagnose oder Differentialdiagnose erscheinen.
Wichtig ist: Diese Vorschläge sind genau das, Vorschläge. Sie beruhen auf der sprachlichen Analyse der Sitzung und müssen von Ihnen klinisch validiert werden. Aber sie können Ihnen Zeit sparen und sicherstellen, dass Sie keine relevanten diagnostischen Hinweise übersehen haben. Gerade bei komplexen Fällen mit mehreren überlappenden Symptombildern ist das hilfreich.
Suizidalitäts-Screening: Kritische Inhalte automatisch erkennen
Es gibt Momente in der Therapie, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Wenn ein Patient andeutet, keinen Ausweg mehr zu sehen, oder von Todeswünschen spricht, müssen Sie sofort hellhörig werden. Gleichzeitig wissen Sie: Nicht jede solche Äußerung hat denselben Schweregrad. Es gibt einen Unterschied zwischen gelegentlichen Gedanken, dass alles keinen Sinn mehr hat, und konkreten Suizidplänen.
Ein automatisches Suizidalitäts-Assessment kann hier eine wichtige Sicherheitsebene bieten. Solche Systeme arbeiten typischerweise mit einer Skala von 0 bis 4, die verschiedene Risikoniveaus abbildet: von keinen suizidalen Gedanken über passive Todeswünsche bis hin zu konkreter Planung oder akuter Gefährdung.
Das System erkennt entsprechende Formulierungen im Gespräch: "Manchmal denke ich, es wäre besser, wenn ich nicht mehr da wäre" würde anders bewertet als "Ich habe mir überlegt, wie ich es machen würde". Auch hier wird jede Einschätzung mit der konkreten Textstelle belegt, sodass Sie den Kontext sofort nachvollziehen können.
Natürlich ersetzt das nicht Ihre klinische Risikoeinschätzung. Aber es kann sicherstellen, dass solche Äußerungen dokumentiert werden, auch wenn Sie in der Sitzung vielleicht gerade auf ein anderes Thema fokussiert waren. Gerade in stressigen Phasen mit vielen Patienten kann diese zusätzliche Aufmerksamkeitsebene wertvoll sein.
Transparenz durch Quellenangaben: Jede Analyse mit Belegen
Das größte Problem vieler KI-Systeme ist ihre Intransparenz. Sie erhalten ein Ergebnis, wissen aber nicht, wie es zustande gekommen ist. Bei klinischen Entscheidungen ist das inakzeptabel. Sie müssen nachvollziehen können, worauf eine Einschätzung basiert.
Hochwertige Verlaufsdokumentation Software mit KI-Analyse arbeitet deshalb mit dem Prinzip der Citations. Jedes Symptom-Rating, jede Diagnose-Empfehlung und jede Risikoeinschätzung wird mit konkreten Zitaten aus dem Transkript unterlegt. Sie sehen nicht nur, dass das System Angst mit 7 von 10 bewertet hat, sondern auch, welche Äußerungen des Patienten zu dieser Bewertung geführt haben.
Die Zitate sind mit Timestamps versehen. Wenn Sie Zweifel haben oder mehr Kontext brauchen, können Sie direkt zur entsprechenden Stelle in der Aufnahme springen. Diese Transparenz hat mehrere Vorteile: Sie können die KI-Einschätzung validieren, Sie lernen, wie das System arbeitet, und Sie haben bei Bedarf präzise Belege für Ihre Dokumentation.
Für Supervisionen oder Qualitätssicherung ist das ebenfalls hilfreich. Sie können nicht nur Ihre eigene Einschätzung teilen, sondern auch zeigen, welche konkreten Inhalte der Sitzung zu bestimmten Bewertungen geführt haben. Das schafft eine Diskussionsgrundlage, die weit über vage Erinnerungen hinausgeht.
Verlaufsanalyse: Muster über mehrere Sitzungen erkennen
Einzelne Sitzungen zu dokumentieren ist das eine. Den roten Faden über Wochen und Monate zu behalten, ist eine andere Herausforderung. Bei einem Patienten, den Sie einmal wöchentlich sehen, summieren sich über ein Jahr etwa 50 Sitzungen. Können Sie aus dem Gedächtnis sagen, wie sich die Angstsymptomatik zwischen Sitzung 12 und Sitzung 28 entwickelt hat?
KI-gestützte Systeme können genau diese Verlaufsanalyse automatisch erstellen. Weil die Symptom-Ratings für jede Sitzung strukturiert vorliegen, lassen sich Trends visualisieren. Sie sehen auf einen Blick, ob Depression und Angst gleichzeitig abnehmen oder ob Fortschritte in einem Bereich von Verschlechterungen in einem anderen begleitet werden.
Solche Verlaufskurven helfen auch bei der Behandlungsplanung. Stagniert die Verbesserung seit mehreren Sitzungen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Themen und Symptomverschlechterungen? Welche Interventionen scheinen am meisten zu bewirken? Mit konsistenten Daten über mehrere Sitzungen können Sie diese Fragen evidenzbasierter beantworten.
Für Anträge an Krankenkassen oder Berichte an zuweisende Ärzte sind solche Verlaufsdaten ebenfalls wertvoll. Sie können präzise zeigen, wie sich die Symptomatik entwickelt hat, und müssen sich nicht auf allgemeine Beschreibungen verlassen. Das stärkt die Qualität Ihrer Dokumentation und damit auch die Anerkennung Ihrer therapeutischen Arbeit.
Der Therapeut behält die klinische Hoheit
Bei all diesen Möglichkeiten ist eine Klarstellung zentral: KI-Analyse ersetzt nicht Ihre klinische Kompetenz. Sie ist ein Werkzeug, das Ihnen Routinearbeit abnimmt und strukturierte Informationen liefert. Die Interpretation, die therapeutische Beziehung, die Behandlungsentscheidungen, das bleibt alles in Ihrer Hand.
Das System kann Ihnen vorschlagen, dass eine F32.1 (mittelgradige depressive Episode) vorliegen könnte. Ob diese Diagnose stimmt, ob sie zu diesem Zeitpunkt gestellt werden sollte, welche therapeutischen Konsequenzen daraus folgen – das entscheiden Sie. Die KI liefert Hinweise, Sie treffen die Entscheidungen.
Diese klare Rollenverteilung ist auch rechtlich wichtig. Die Verantwortung für Diagnose, Behandlung und Dokumentation liegt bei Ihnen als approbiertem Therapeuten. Die KI-Analyse ist ein Hilfsmittel, vergleichbar mit einem Assessmentbogen oder einem Screening-Fragebogen. Sie validieren die Ergebnisse und integrieren sie in Ihr klinisches Gesamtbild.
Zeitersparnis im Praxisalltag: Konkrete Zahlen
Wie viel Zeit kostet Sie die Dokumentation pro Sitzung? Wenn Sie ehrlich rechnen, kommen Sie wahrscheinlich auf 15 bis 20 Minuten. Notizen strukturieren, Verlauf dokumentieren, relevante Symptome festhalten, bei Bedarf Ratings aktualisieren. Bei fünf Sitzungen pro Tag sind das eineinhalb Stunden reine Dokumentationszeit.
Mit automatischer Sitzungsanalyse reduziert sich dieser Aufwand erheblich. Das System liefert Ihnen Transkript, strukturierte Zusammenfassung, Symptom-Ratings und Diagnose-Hinweise. Sie müssen diese Informationen nur noch sichten, anpassen und freigeben. Statt bei null anzufangen, arbeiten Sie mit einem strukturierten Entwurf. Erfahrungsgemäß reduziert das die Dokumentationszeit um 60 bis 70 Prozent.
Konkret bedeutet das: Aus 20 Minuten werden 6 bis 8 Minuten pro Sitzung. Bei fünf Sitzungen täglich sparen Sie eine Stunde. Über eine Woche gerechnet sind das fünf Stunden, über einen Monat etwa 20 Stunden. Zeit, die Sie für Therapie, Fortbildung oder einfach Erholung nutzen können.
Wie Psynex KI-Analyse in der Praxis umsetzt
Psynex ist speziell für die Anforderungen von Psychotherapeuten im deutschsprachigen Raum entwickelt worden. Das System kombiniert alle beschriebenen Analyse-Funktionen in einer integrierten Lösung: automatische Transkription, strukturierte Zusammenfassungen, Symptom-Ratings für Angst, Depression, Schlaf, Energie und Stress, ICD-10-Diagnoseerkennung mit Primär- und Sekundärdiagnosen sowie Suizidalitäts-Assessment auf einer 0-4-Skala.
Jede dieser Einschätzungen wird durch Citations belegt. Sie sehen also nicht nur die Bewertung, sondern auch die konkreten Textstellen mit Timestamps, die dazu geführt haben. Das schafft Transparenz und ermöglicht es Ihnen, die KI-Analyse kritisch zu prüfen und bei Bedarf anzupassen.
Das Besondere an Psynex ist die Spezialisierung. Während viele KI-Tools allgemein für medizinische Dokumentation entwickelt wurden, konzentriert sich Psynex ausschließlich auf psychotherapeutische Sitzungen. Das System versteht psychotherapeutische Sprache, erkennt relevante Symptome und arbeitet mit den diagnostischen Kategorien, die Sie tatsächlich nutzen.
Datenschutz wird bei Psynex ernst genommen. Die Software ist vollständig DSGVO-konform, nutzt Server in der EU und arbeitet mit OpenAI GPT unter einem Business Associate Agreement. Ihre Patientendaten bleiben geschützt und werden nicht für Training oder andere Zwecke verwendet.
Die Integration in den Praxisalltag ist einfach: Sie zeichnen die Sitzung auf, Psynex transkribiert und analysiert automatisch. Nach der Sitzung erhalten Sie einen strukturierten Bericht, den Sie durchsehen, anpassen und in Ihre Dokumentation übernehmen können. Zusätzlich können Sie über die KI-Chat-Funktion Fragen zu einzelnen Sitzungen oder zum Gesamtverlauf eines Patienten stellen.
Fazit: KI als Unterstützung, nicht als Ersatz
KI-Analyse von Therapiesitzungen ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern eine praktisch nutzbare Technologie. Sie kann Symptome bewerten, Diagnosekriterien erkennen, Risiken screenen und Verläufe dokumentieren. Alles nachvollziehbar durch Quellenangaben, alles unter Ihrer klinischen Kontrolle.
Der Nutzen liegt nicht darin, dass die Maschine bessere Entscheidungen trifft als Sie. Er liegt darin, dass sie Ihnen Routinearbeit abnimmt und strukturierte Informationen liefert, auf deren Basis Sie schneller und fundierter entscheiden können. Sie gewinnen Zeit, Sie gewinnen Übersicht, und Sie können sich stärker auf das konzentrieren, wofür Sie Psychotherapeut geworden sind: die therapeutische Beziehung und die eigentliche Behandlung.
Ob sich KI-Analyse für Ihre Praxis lohnt, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Wenn Sie unter Dokumentationsdruck leiden, viele Patienten betreuen oder Verlaufsanalysen verbessern möchten, ist sie definitiv einen Blick wert. Wenn Sie gerne ausführlich handschriftlich dokumentieren und dafür ausreichend Zeit haben, brauchen Sie sie vielleicht nicht.
Die Technologie ist da. Sie ist ausgereift, DSGVO-konform und speziell für Psychotherapie optimiert. Ob und wie Sie sie nutzen, bleibt Ihre Entscheidung. Aber es lohnt sich, die Möglichkeiten zu kennen.
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